Frischobst-Vermarktung

Die Sachsenobst Vermarktungsgesellschaft mbH Dürrweitzschen (kurz SOVG), ein Tochterunternehmen der Obstland-Gruppe, ist das Herzstück der Lagerung, Sortierung, Verpackung und Vermarktung des im „Obstland“ produzierten Frischobstes.

An die 40.000 Tonnen Obst werden jährlich im „Obstland“ geerntet. Ein Großteil der Äpfel und Birnen wird in der Vermarktungsgesellschaft eingelagert. Hierfür stehen vier Kühlhäuser mit einer Lagerkapazität von 22.000 Tonnen zur Verfügung. Die Lagerperiode kann dank modernster ULO-Lagerung (Ultra Low Oxygen) sortenspezifisch zwischen 10 und 12 Monaten variieren. Moderne Sortier- und Verpackungsmaschinen bilden zudem die Basis, um dem Lebensmittelhandel Qualitäts-Obst, entsprechend der Qualitätskriterien- und Normen des deutschen und internationalen Fruchthandels, anzubieten.

Apfelsortiermaschine

Mit 6 Bahnen, 41 Sortierausgängen und einer Sortierleistung von 18 bis 20 Tonnen in der Stunde verfügt die Sachsenobst Vermarktungsgesellschaft über eine hochmoderne Sortieranlage.
Das Special-Hightec Highlight der Anlage ist das „IDD 4“ (Internal Defect Detection) – zur Sortierung der Äpfel nach inneren Qualitätsmerkmalen. Damit werden die Äpfel mit einer Art von Nah-Infrarot-LED-Licht „durchleuchtet“. Eine Spectral-Infrarot-Kamera sieht dabei in den Apfel hinein, bewertet seine „innere Reife“ und stellt neben äußeren Schalendefekten eventuelle Krankheitsbilder im Fruchtfleisch fest. Somit sind Äpfel mit inneren und äußeren Fruchtfleischfehlern erkennbar und gelangen gar nicht erst zum Verbraucher.

Netzclipper

Im Bereich der Abpackung von Bio-Äpfeln unterstützt die Obstland-Gruppe den Lebensmitteleinzelhandel in seiner Strategie Plastikverpackungen zu reduzieren. Aus diesem Grund erfolgt die Verpackung der Bio-Äpfel schonend in Zellulose-Netzbeutel. Hierfür wurde in einen „Origina-C“ Clipautomat investiert, der in der Lage ist die Netzbeutel vollautomatisch zu verschließen und zu trennen. Auf dem Fähnchen-Etikett befinden sich EAN-Barcode und Packungsauszeichnung. In Abhängigkeit von der Größe der Äpfel können 0,5 bis 2,5 kg- Netze befüllt werden, sodass maximal 40 Netze in der Minute abgepackt werden können.

Tauchanlage

Im Bio-Anbau kommt es vermehrt zur Anwendung des Heißwassertauchverfahrens, denn im Gegensatz zur Integrierten Produktion dürfen im ökologischen Apfelanbau keine Lagerspritzungen mit hochwirksamen chemisch-synthetischen Fungiziden vorgenommen werden. Bei der Heißwasserdusche gegen Lagerfäule werden die Äpfel für etwa zwei Minuten in ca. 52 °C warmes Wasser getaucht. Einerseits werden dadurch anhaftende Erreger von Lagerschadpilzen abgetötet und andererseits wird das „Immunsystem“ des Apfels gestärkt, indem dieser Abwehrstoffe bildet.
Gloeosporium verursacht bei Lagersorten die sogenannte Lentizellenfäule und gehört im heimischen Anbau zu den wichtigsten Erregern von Lagerfäulen. Gloeosporiumanfällige Sorten sind unter anderem Topaz, Dalinco sowie Gradirose. Neben Bio-Äpfeln können auch passende Partien aus dem konventionellen Anbau behandelt werden, wie beispielsweise die Sorte Pinova, denn dieses Verfahren ist eine klassische Methode des Pflanzenschutzes und wurde bis ins 20. Jahrhundert u.a. zur Bekämpfung des Flugbrandes bei Gerste eingesetzt.

Cookie Einstellungen