Nabu, Zertifikate & Pro Planet

Nabu, Zertifikate, Pro Planet

Biologischer Anbau

Ökologischer Landbau im Aufwind

Bereits im Sommer 2003 fällt im „Obstland“ der Startschuss für ein langfristiges Konzept, das den nachhaltigen Obstbau weiter vorantreibt und der stetig wachsenden Verbrauchernachfrage nach biologisch erzeugten Landwirtschaftsprodukten gerecht wird. In diesem Atemzug wird die BIO-Obst GmbH Baderitz gegründet.

Gegenwärtig bewirtschaftet das Unternehmen 313 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Anfangs zunächst nur Mostapfelplantagen, die von integrierter Produktion auf BIO-Anbau umgestellt wurden. Mittlerweile gehören auch marktfähige Tafeläpfel, verschiedene Strauchbeeren und Haselnüsse zum Anbauspektrum. Die Umstellung weiterer Nutzflächen auf biologischen Anbau ist bereits in Planung, um noch mehr BIO-Frischobst und weitere Sorten von BIO-Fruchtsäften anbieten zu können.

Regional. Ressourcenschonend. Nachhaltig.

Die Obstland-Gruppe hat sich ausdrücklich den Grundsätzen der Nachhaltigkeit verschrieben. Als primär landwirtschaftlich orientiertes Unternehmen ist sie in ganz besonderer Weise mit ihren natürlichen Ressourcen und ihrer Umwelt verbunden und trägt aus Überzeugung aktiv zu ihrem Schutz bei. Der verfügbare Boden – von Landverpächtern überwiegend langjährig vertraglich gebunden oder im Eigentum der Gesellschaft stehend – ist das wichtigste Produktionsmittel des Unternehmens, das es entsprechend zu schonen und zu schützen gilt.

Auch zukünftig dreht sich das BIO-Rad in der Obstland-Gruppe weiter. Seit 1. Juli 2017 werden ca. 300 Hektar Ackerland biologisch bewirtschaftet. Erstmals angebaut: BIO-Winter- und – Sommergetreide, BIO-Triticale, BIO-Ackerbohnen sowie BIO-Körnermais und BIO-Sonnenblumen.

Natur- und Umweltschutz

Groß angelegter Obstanbau ist – allen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz – ein nicht unerheblicher Eingriff in das sensible Ökosystem der sächsischen Mischlandschaft und birgt natürlich gewisse Risiken für die einheimische Flora und Fauna. Sachsenobst ist sich dieser Verantwortung bewusst und ergreift vielfältige Maßnahmen, um die Artenvielfalt und ihren Lebensraum zu erhalten.

Ein Herz für den Kauz

Gemeinsam mit der REWE Group und dem NABU Sachsen engagiert sich Sachsenobst für den Schutz des Waldkauzes. Der Vogel des Jahres 2017 liebt halboffene Landschaften, wie wir sie häufig am Rand von Obstanlagen in waldreichen Gebieten finden, wird aber durch den Obstanbau zusehends aus seinem natürlichen Habitat verdrängt. Deshalb installiert Sachsenobst spezielle Waldkauzkästen auf dem eigenen Anbaugebiet, um den vorwiegend nachtaktiven Vögeln eine geeignete Brutstätte bereitzustellen.
„Glücklicherweise verfügen wir im Obstland über zahlreiche nicht bzw. nicht intensiv genutzte Flächen im direkten Umfeld unserer Obstanlagen, die wir gerne zur Verfügung stellen, und die Lebensräume für viele in der Kulturlandschaft gefährdete Arten bieten können. Diese wollen wir gemeinsam mit dem NABU erhalten und aufwerten und weitere Höhlenbrüterkästen anbringen“, so Jan Kalbitz, Vorstand der Obstland AG. Denn nur wenn Naturschutz nicht bloß in künstlichen Reservaten, sondern auch in der agrarisch genutzten „Normallandschaft” angegangen wird, können wir effizient gegen den Artenschwund ankämpfen.

Hier wird Artenvielfalt groß geschrieben

Blühstreifen, Nistkästen, Streuobstwiesen. Im Obstland wird viel für Artenvielfalt getan, nicht zuletzt, weil sie viele positive Nebeneffekte für das Ökosystem der Obstplantagen mit sich bringt. So ermöglichen etwa die zahlreichen nützliche Insekten, den Einsatz von Insektiziden im Anbaugebiet zu minimieren. Die kontinuierliche Umstellung der Anlagen auf BIO-Anbau – das heißt ohne Herbizide und ohne synthetische Pflanzenschutzmittel – erlaubt es der Natur, sich selbst zu regulieren. Auch wenn der Herstellungsprozess dafür etwas länger dauert.
Zur Düngung werden ausschließlich natürliche Mittel, so genannter Grünkompost, verwendet. Zudem befinden sich zahlreiche Nistkästen auf den Plantagen, um Vögel anzulocken. Es gibt Holzecken, an denen Totholz gesammelt und gestapelt wird, um den ansässigen Amphibienarten ein heimisches Gefühl zu geben. Der Baumbestand in den vorhandenen Streuobstwiesen wurde ergänzt.
„Vieles wird heute anders gemacht als noch vor zehn oder 15 Jahren“, weiß Hans-Dieter Bierig, Anbauberater der Obstland Dürrweitzschen AG. Den schädlichen Apfelwickler zum Beispiel bekommen die Obstbauern heute mit Pheromonen und einem punktuell angewendeten Viruspräparat gut in den Griff. „Da brauchen wir keine chemische Keule mehr, die auch Nützlinge zugrunde richtet.“

PRO PLANET

Gemeinsam PRO PLANET

Sachsenobst ist stolzer Träger des PRO PLANET-Siegels, das die ökologische und soziale Nachhaltigkeit von Produkten kennzeichnet. Vergeben wird das Gütesiegel von der REWE Group, die sich gemeinsam mit der Obstland Dürrweitzschen AG und dem NABU Sachsen für den Erhalt der Artenvielfalt im Freistaat einsetzt. Wir sind überzeugt: Das gemeinsame Engagement von Naturschutzverbänden, Anbaubetrieben und Einzelhändlern kann ein wirksames Mittel sein, um den Naturschutz im Einklang mit den Produktionsbedingungen voranzutreiben und Deutschland bei der Erreichung seiner Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen.

EMAS – Das EU-Gütesiegel

EMAS? Das ist die Abkürzung für „Eco Management and Audit Scheme” und bezeichnet das weltweit anspruchsvollste Umweltmanagementsystem für nachhaltige Unternehmen. Seit dem Jahr 2015 erfüllen auch die Obstland Dürrweitzschen AG, ihre sechs Tochtergesellschaften sowie die Sachsenobst Vermarktungsgesellschaft mbH die strengen Qualitätsanforderungen des EU-Labels.

EMAS

Tief verwurzelt

Mit einem Bestand von ca. 1,6 Millionen Bäumen ist Sachsenobst im wahrsten Sinne des Wortes tief in der Region verwurzelt. Der verantwortungsbewusste Umgang mit der Natur ist für uns von essenzieller Bedeutung. Die Einführung und feste Verankerung von EMAS ist die konsequente Fortführung dieses Verantwortungsbewusstseins. „Das EMAS-System ist für uns die Möglichkeit, kontinuierlich die richtigen Stellschrauben zu lokalisieren, Ideen zu bündeln und effektive Methoden zu ergreifen“, konstatiert Jan Kalbitz, Vorstand der Obstland Dürrweitzschen AG.

Wie funktioniert EMAS?

Mittels einer systematischen Analyse und Bewertung aller Umwelteinflüsse im Anbaugebiet werden zunächst Handlungspotenziale erfasst. Bei der Obstland Dürrweitzschen AG ist daraus ein umfassender Maßnahmenkatalog für die kommenden Jahre entstanden. Dieser umfasst die Holding-Gesellschaft sowie alle obst- und felderzeugende Tochterunternehmen. Mit der Prüfung der Umwelterklärung sowie der beteiligten Standorte durch unabhängige Umweltgutachter wird das eingeführte Umweltmanagementsystem regelmäßig überprüft.

Win-Win-Situation für Mensch und Natur

„Viele Maßnahmen führen neben der Verbesserung der Umweltleistung auch zu Zeit- und Ressourcenersparnis“, erklärt Kalbitz. „Der Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt in unseren Plantagen führt beispielsweise zur Vermehrung von Nützlingen, die wiederum die Schädlinge in Schach halten. So steht die Verbesserung des Umweltschutzes bei uns im Einklang mit der wirtschaftlichen Leistung.“

Die Vorteile von EMAS liegen weiterhin in der betriebsinternen Verankerung eines stetigen Verbesserungsprozesses, einer erhöhten Rechts- und Haftungssicherheit sowie der effektiven Eigenüberwachung. Auch der sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt, würdigt im Rahmen der persönlichen Überreichung der EMAS-Zertifizierung das Engagement der Obstland Dürrweitzschen AG.

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